"Mein Gedächtnis ist wie ein Sieb!"

Hier hilft nur eine »Strategie, die zwar lange bekannt ist aber selten wirklich befolgt wird: Die regelmäßige Wiederholung, wobei hier die Betonung nicht auf Wiederholung liegt sondern auf regelmäßig, und zwar gemäß der Regel, die uns die Vergessenskurve vorgibt!

Ohne Ungeduld überlassen wir einen neu gelernten Inhalt zunächst seinem Schicksal und nehmen bewusst in Kauf, dass ein Teil davon verloren geht. Nach einer geeigneten Zeit - am besten dann, wenn etwas weniger als die Hälfte des Stoffes "verdunstet" ist, führen wir eine erste Wiederholung durch und holen den gesamten Stoff wieder auf das Niveau der hundertprozentigen Beherrschung - um ihn dann wieder beiseite zu legen und ihn dem Vergessen zu überlassen.

Denn nun kommt uns eine angenehme Gesetzmäßigkeit entgegen: Zwar werden abermals einige Teile des eben Wiederholten verloren gehen, doch der Abfall der Vergessenskurve ist nun nicht mehr so steil wie nach dem ersten Lernen. Die "Halbwertszeit" ist wesentlich länger geworden und wir können einen viel längeren Zeitraum verstreichen lassen - vielleicht einen halben Tag -, ehe wir wieder mit einer weiteren Wiederholung die verloren gegangenen Inhalte einfangen. So können wir in immer längeren Zeitabschnitten kurze Wiederholungsphasen ansetzen und den auf jede andere Weise unvermeidbaren Gedächtnisschwund verhindern.

Wir können Claudia also empfehlen, ihre »Energie nicht in ein Überlernen zu stecken, sondern die Lernzeiten besser über einen längeren Zeitraum zu verteilen. Mit gehäuften Wiederholungen können wir die Vergessenskurve nämlich nicht überlisten. Im Gegenteil: Viel besser ist es, immer nur so lange zu lernen, bis wir einen neuen Inhalt gerade eben beherrschen. Mit insgesamt vier, fünf Wiederholungen - die ja immer kürzer sein werden, da wir von mal zu mal weniger Zeit brauchen, wieder auf hundert Prozent zu kommen -, sorgen wir dafür, dass der Stoff sich dauerhaft in unserem Gehirn festsetzt. Daher lernen manche wie Claudias Schwester Brigitte gar nicht mehr als die anderen, sondern teilen ihre Lernarbeit besser auf.

» Extratipp!


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