Management für die Schule?

"Na, dann zeig mir einmal, was du alles zu tun hast."

Sebastian schleppte aus seinem Zimmer den Stapel Bücher und die Liste herbei.

"O.k., ist das alles?"  fragte der Vater.

Sebastian nickte.

"Dann legen wir einmal alle Aufgaben nebeneinander auf!"

Als das geschehen war, fragte der Vater: "Was ist denn am dringendsten?"

"Alles!"

"Wann hast du die Deutschschularbeit zu den ‚Räubern’?"

"Am nächsten Dienstag! Also in drei Tagen!"

"Wann hast du die Geschichtsprüfung?"

"In zwei Wochen."

"Wie viele Kapitel sind aus Mathematik nachzuholen?"

"Vier Kapitel."

"Gut," nickte der Vater, "die verteilen wir auf die kommende Woche nach der Schularbeit!"

Der Reihe nach gingen die beiden die verschiedenen zu erledigenden Aufgaben durch und legten die Bücher und Hefte mehrmals um. Schließlich lagen alle in jener Reihenfolge, in der sie zu bewältigen waren. Dann nahm der Vater einige gelbe Klebezettel (?) und versah sie mit Nummern, die er auf und in die einzelnen Lernmaterialien klebte.

Ganz am Beginn und mit der Nummer 1 versehen lag das unscheinbare Reclam-Heftchen mit Schillers Drama.

"Na, dann fang doch einmal heute mit dem Lesen des Dramas an!" meinte der Vater.

"Aber das ist doch soooooo lang! Es hat fünf Akte!"

"Dann lies dir heute wenigstens einmal den Anfang durch – einen Akt kannst du doch heute noch schaffen, oder? Und ich schau in meinem alten Theaterführer nach, ob da eine brauchbare Inhaltsangabe drinnen steht. Die kannst du vorher lesen, damit du ungefähr weißt, was in dem Stück passiert und was wichtig ist."

An diesem langen Abend – Sebastian ging erst eine Stunde später als üblich schlafen – hatte er neben der Inhaltsangabe, die ihm sein Vater als Kopie brachte, schon die beiden ersten Akte durchgelesen. Und er selber hatte im Internet auf einer Universitätsseite eine knappe Interpretation der Persönlichkeiten der Hauptpersonen gefunden, die es ihm erleichterte, die Handlung besser zu verstehen, da durch die knappe Sprache der Dialoge ihre Bedeutung nicht immer ganz klar war.

"Das ist ja fast wie in einem Kriminalroman", dachte er beim Einschlafen.

Warum brauchen auch Schüler ein Management?


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