Lauf den Vokabeln hinterher!

Wie man aus der Erfahrung weiß, führt das Erlernen von Vokabeln kaum zu einer Verbesserung des Stils, denn beim Pauken von Vokabellisten wird kein Zusammenhang zu wirklichen Dingen und Ereignissen hergestellt, sondern höchstens ein Zusammenhang zum Lernvorgang selber (siehe dazu unseren Lerntiüpp "Wie heißt die Hauptstadt von …"). Beim Listenlernen weiß man häufig nur mehr, dass das benötigte Wort links unten auf der fünften Seite des Vokabelheftes steht. Das Wort liegt einem auf der Zunge, aber es fällt einem bei aller Anstrengung nicht ein. Schon gar nicht fällt es einem ein, wenn man dann in einem fremden Land in einem Laden steht und den Verkäufer nach einer Ware fragen möchte.

Ein Problem dieses Listenlernens ist auch, dass die gelernten Wörter in keinem anderen Zusammenhang stehen als in dem der Reihenfolge im Vokabelheft. Das hilft vielleicht, sich am nächsten Tag in der Schulklasse an das Wort zu erinnern, aber ein halbes Jahr später im Urlaub bei der Frage nach dem Weg zu einem Museum fehlt dieser Zusammenhang, sodass das Kramen in den Gehirnwindungen erfolglos bleibt.

Beim Erlernen der Muttersprache in der Kindheit werden neue Begriffe in Situationen erlernt, in denen die benannten Gegenstände oder Ereignisse tatsächlich vorhanden sind, oder man hat zumindest eine anschauliche Vorstellung von ihnen. Auch wird vieles in Gesprächen mit anderen Menschen, oft in einem Frage-Antwort-Dialog erfahren, also steckt ein gewisses Ausmaß an Neugier hinter dem Versuch, den Namen einer Sache zu erfahren. Die Wörter verbinden sich so mit konkreten Ereignissen, mit Handlungen oder Orten und kommen daher immer dann, wenn es später eine Ähnlichkeit zur aktuellen Situation gibt, wie von selbst zum Vorschein. Das alles trifft aber nicht zu, wenn man beim Erlernen still in seinem Zimmer über einem Heft brütet.

Was kann man also tun?


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