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Multiplizieren lernen

Einmaleins 1x1 1 mal 1Rahmenbedingungen

Zu den Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Mathematik-Karriere in der Schule gehört das Beherrschen des Kleinen Einmaleins, doch diese Hürde scheint für viele Kinder dauerhaft unüberwindbar zu sein. Manche Probleme treten dabei durch bestimmte Formen des schulischen Einmaleins-Unterrichts auf, wodurch manche oft auch motivationale Einmaleinsstörungen erst entwickelt werden.  Das Kleine Einmaleins ist neben der Erschließung des Zahlenraums 100 das Hauptthema der zweiten Schulstufe, wobei Kinder das Einmaleins automatisieren müssen, denn sonst können sie in den höheren Klassen die mündlichen und schriftlichen Rechenverfahren nicht in angemessener Zeit bewältigen. Fachdidaktiker sind sich auch darin einig, dass reines Auswendiglernen der Einmaleinsreihen nicht zielführend ist, denn dann ist das Rechnen nur ein inneres Abarbeiten einer Sequenz aber nicht das sichere Assoziieren der Lösung. Das Kleine Einmaleins muss daher von Beginn an „durcheinander“ und automatisiert erarbeitet werden. Die hier vorgestellte Methode ist dabei sowohl lernpsychologisch als auch motivationspsychologisch begründet, und es ist mit ihr möglich, innerhalb von wenigen Wochen diese mathematische Grundlage bei einem Kind stabil und nachhaltig zu entwickeln.

Die Methode

Aus lernpsychologischer Sicht bietet sich in erster Linie daher eine spielerische Automatisierung des 1x1 über den Wortklang bzw. die Sprachmelodie an, die auch unabhängig vom aktuellen Schulunterricht eingesetzt werden kann. Hier wird eine für Eltern äußerst einfach umsetzbare Methode beschrieben, um Kindern zu helfen, das Kleine Einmaleins spielerisch zu erlernen und auch dauerhaft zu behalten.

Zunächst bereitet man eine Tabelle zum kleinen 1x1 vor, wie man sie hier sehen kann:

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100
 

DruckvorlageDiese Tabelle wird einige Male kopiert (Druckvorlage).

NotenDanach sucht man einige Musikstücke aus, die einen guten Rhythmus haben und spricht dazu einige Male alle Rechnungen des kleinen 1x1 im Rhythmus der Musik: Einmal das kleine 1x1 von vorn nach hinten, einmal von hinten nach vorne und einige Male auch alle (!) 100 Rechnungen durcheinander. Das alles wird auf eine leere Tonbandkassette oder einen mp3-Player aufgenommen.

Hinweis: Wenn man auf die Noten klickt, dann hört man einen Ausschnitt aus unserer Aufnahme mit dem kleinen 1x1 zu Vivaldis "Vier Jahreszeiten" - eine mp3-Datei mit 1,6 MB.

Zunächst hört man sich jeden Tag einige Male die ganze Kassette an, wobei man sie einfach neben dem Spielen oder Basteln laufen lassen kann. Um zu testen, wieviel Rechnungen man schon im Schlaf beherrscht, lässt man sich in der ersten Woche jeden Tag zwei- oder sogar dreimal prüfen. Dabei nimmt die Mutter oder der Vater den Zettel und prüfen durcheinander alle Rechnungen ab. Wenn die Antwort auf Anhieb richtig ist, wird sie auf dem Zettel mit einem Kreuz durchgestrichen. Wenn sie falsch ist, dann wurde sie nur mit einem einfachen Strich angezeichnet und nach dem Ausbessern vom Kind dreimal laut richtig ausgesprochen. Die nach dem Durchlauf noch "offenen Rechnungen" werden am Ende zur Übung wiederholt.

Nach einer solchen Prüfung weiß man genau, wieviel Prozent des kleinen 1x1 schon sicher beherrscht werden und welche Rechnungen noch zu lernen sind. Das Prüfen nach dieser Methode hat den Vorteil, dass systematisch alle (!) Rechnungen abgefragt werden und keine mehrfach vorkommen: "Aber Papa, das hast du doch schon dreimal gefragt!" Auch die Dauer der Prüfung steht damit fest - ein Durchlauf und nicht mehr!

Die Prüfungszettel zeigen genau den Lernfortschritt und sind dadurch auch ein Ansporn, die restlichen Prozent bald auch noch zu schaffen. Dadurch wird ein weiteres Problem gelöst, das viele Kinder beim Erlernen des kleinen 1x1 zu haben glauben: sie fürchten, dass sie trotz allen Übens und Wiederholens noch immer vor einem riesigen Berg von Rechnungen stehen, die sie noch nicht sicher können. Mit unserer Methode erleben sie, dass der Berg immer kleiner wird. Schon nach einer Woche bleiben nur noch wenige Prozent "widerspenstiger" Rechnungen über. Nach zwei Wochen werden meist schon die 100 Prozent erreicht. Danach sollte zur weiteren Festigung nur noch alle zwei oder drei Tage ein ganzer Durchlauf gemacht werden.

Ergänzend dazu kann das kleine Einmaleins mit der Dreieck-Methode geübt werden, wobei hier auch gleichzeitig die Division vorbereitet wird.



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